Arbeitszimmer

Das Arbeitszimmer ein Steckenpferd der Finanzverwaltung

Arbeitszimmer

Gute Nachrichten für Paare, die beide von zu Hause arbeiten; die Kosten für das häusliche Arbeitszimmer können zukünftig bei jedem Partner steuerlich bis zur Höchstgrenze geltend gemacht werden.

Bislang war die Rechtslage eindeutig. Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer konnten lediglich objektbezogen geltend gemacht werden. Unabhängig davon, wie viele Personen das Zimmer tatsächlich nutzten, konnte nur der Höchstbetrag von insgesamt 1.250,00 Euro geltend gemacht werden. Dadurch waren viele (Ehe-) Paare, bei denen beide Partner die Voraussetzungen für die steuerliche Anerkennung eines häuslichen Arbeitszimmers erfüllten, benachteiligt.

Das hat nun auch der Bundesfinanzhof erkannt und seine bisherige Rechtsprechung geändert. Die Richter haben in zwei Urteilen im Dezember 2016 entschieden, dass für den Fall, dass mehrere Steuerpflichtige ein häusliches Arbeitszimmer gemeinsam nutzen, der Höchstbetrag von 1.250,00 Euro personenbezogen zu gewähren ist. Der Höchstbetrag kann somit nun von jedem Steuerpflichtigen in voller Höhe in Anspruch genommen werden, vorausgesetzt beide Partner erfüllen auch die gesetzlichen Voraussetzungen für ein steuerlich abzugsfähiges Arbeitszimmer.

Wichtig:
Voraussetzung ist allerdings, dass jedem Partner kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung stehen darf und es muss auch tatsächlich jeder Partner über einen eigenen Arbeitsplatz in dem Arbeitszimmer verfügen. Die Richter stellten auch klar, dass die Kosten bei Ehegatten jedem Ehegatten grundsätzlich zur Hälfte zuzuordnen sind, wenn sie bei hälftigem Miteigentum ein häusliches Arbeitszimmer gemeinsam nutzen. Auch hat der BFH entschieden, dass nicht nur Ehegatten die Höchstbeträge personenbezogen geltend machen können, sondern dass dies auch für eheähnliche Gemeinschaften gilt.